Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens. Roman Ehrlich spricht mit Maike Albath über extreme Gefühle

2. März 2017
Donnerstag

Einlass 19:00
Beginn 20:00



"lesen.hören 11"

Gerade professionellen Lesern passiert es manchmal, dass sich ihre Synapsenverschaltungen verhärten. Zum Beispiel, wenn es um Gegenwartsliteratur geht. Dann bricht das große Gejammer aus, dass es heute keine „welthaltige“ Literatur mehr gebe, dass die jungen Leute nur noch von sich schreiben könnten und keinen Blick für die Welt hätten. Eine Möglichkeit, die eingerasteten Nervenbahnen zu lockern, wieder auf Zack und empfangsbereit zu sein für die Erzählerinnen und Erzähler des 21. Jahrhunderts, wäre, Roman Ehrlich zu lesen. Er wurde 1983 an der Donau in Oberbayern geboren. Bevor er am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studierte, hatte er eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehinstallateur angefangen. Er zeigt, wenn man ihn danach fragt, immer noch Achtung vor dem Innenleben, den Funktionsweisen und Wirkungsmöglichkeiten dieser Kommunikationsgeräte, die durchaus Einfluss genommen haben auf seine Literatur. Wer 2014 seinen Erzählungsband „Urwaldgäste“ aufschlug, wusste jedenfalls nach wenigen Sätzen: Dieser Schriftsteller wird einmal zu den Großen gehören. Mit seinem neuen Werk „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“ lotet Roman Ehrlich das Lebensgefühl unserer Zeit aus: die Angst. Von Ängsten erzählt sich ein Freundeskreis aus der Filmbranche, der sich auf Einladung des Regisseurs Woche für Woche in einer Kneipe trifft, um das Drehbuch für einen Horrorfilm zu entwickeln. Erst nach und nach wird den Beteiligten klar, wie radikal das Vorhaben ist, auf das sie sich eingelassen haben. Über das Grauen und andere extreme Gefühle spricht Roman Ehrlich mit der Literaturkritikerin Maike Albath.


Roman Ehrlich © Heike Steinweg


Maike Albath © Sabine Sauer