Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Stadt.Wand.Kunst

Stadt.Wand.Kunst ist ein Projekt der Alten Feuerwache Mannheim, der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG und Montana Cans. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Mannheim. Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Seit 2013 lädt Stadt.Wand.Kunst jeden Sommer bekannte nationale und internationale Streetart-Künstler nach Mannheim ein, um sogenannte „Murals“ – großformatige Wandgemälde – an Hausfassaden anzufertigen. Ziel von Stadt.Wand.Kunst ist es, Mannheims graue Mauern zu einer öffentlichen Galerie zu machen und das erste frei zugängliche Museum für Fassadenkunst in ganz Baden-Württemberg zu errichten: Die OPEN URBAN ART GALERY MANNHEIM! Die BürgerInnen und BesucherInnen der Stadt Mannheim können den Entstehungsprozess dieser gigantischen Kunstwerke live mitverfolgen und die fertigen Werke jederzeit aufsuchen.

Im Mannheimer Stadtgebiet existieren aktuell 15 Murals (Stand 30. Juli 2018), hier gelangen Sie zur Mural Map.

Aktuelle Ausstellung:

Nächstes Projekt:

Die Entstehung der Werke kann auf der Stadt.Wand.Kunst-Facebookseite mitverfolgt werden: https://www.facebook.com/stadt.wand.kunst/ Alle aktuellen Aktionen, Murals, Künstler, Hintergrundstories, Videos und Bilderstrecken finden Sie auf: stadt-wand-kunst.de

Daneben unterstützt Stadt.Wand.Kunst die Nachwuchsförderung und die Stärkung der Szene vor Ort, wie z.B. beim Projekt „Farbe für Franklin“. In diesem Rahmen wurden im Juli 2015 die Künstler SWEETUNO, MEINER sowie HOMBRE SUK & BOOgIE eingeladen, drei große Fassaden von Abrisshäusern auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne Benjamin Franklin Village zu gestalten. Daneben fanden dort Workshops mit Jugendlichen statt.

Bisher sind 20 Murals folgender Künstler entstanden: HERAKUT (Frankfurt/ Schmalkalden, 2013), ASKE (Moskau, 2014), SATONE (München, 2015), STOHEAD (Berlin, 2015) und SOBEKCIS (Belgrad, 2015) sowie HOMBRE&Boogie*, MEINER* und SWEETUNO* (Mannheim, Heidelberg 2015), SAINER (Polen, 2016), MEHRDAD ZAERI (Iran/Mannheim, 2016)**, BEZT (Polen, 2016), Hendrik ECB Beikirch (Koblenz, 2016), Alexey LUKA (Russland, 2017), YAZAN HALWANI (Beirut, 2017), NEVERCREW (Schweiz, 2017), LOW BROS (Berlin, 2017), HOMBRE SUK (aus Mannheim in Amman/Jordanien, 2018), 1010 (Hamburg, 2018), WAONE INTERESNI KAZKI (Kiev, 2018) und THE LONDON POLICE (Amsterdam, 2018).

Die Wandgemälde sind von 2013 bis 2018 in der Mannheimer Innenstadt, der Mannheimer Neckarstadt, der Vogelstang und auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne Benjamin Franklin Village* entstanden. 2018 fand erstmals ein internationaler Austausch statt, in dessen Rahmen ein Stadt.Wand.Kunst-Gemälde in Jordanien gemalt wurde.

*Im Zuge der Umbaumaßnahmen auf den Mannheimer Konversionsflächen mussten die Gebäude im Frühjahr 2017 wie geplant abgerissen werden.

** Das Gebäude wurde im Sommer 2018 wie geplant abgerissen. Die zeitliche Begrenztheit dieses Kunstwerks war von vornherein bewusst und gewollt.

Das sind die bisherigen Stadt.Wand.Kunst-Künstler und ihre Murals:

THE LONDON POLICE haben STADT.WAND.KUNST wörtlich genommen! Das große, großartige Wandbild zeigt im Hintergrund eine urbane Skyline aus figurativen Gebäuden im unverwechselbaren Stil des Künstlerkollektivs aus Amsterdam: comicartige, architektonische Illustrationen. Im vordergründigen Zentrum des Bildes stehen mit der fröhlichen Hundefamilie drei „LADS“-Character in Schwarz-Weiß, gekennzeichnet von klaren Formen und präziser Linienführungen – das kultige Markenzeichen von THE LONDON POLICE. Aus diesen beiden Styles erschaffen die Pioniere der globalen Street-Art-Bewegung seit den 90er Jahren liebenswerte Fantasiewelten, die in Form von Wandbildern, Zeichnungen und Aufklebern nicht nur das Amsterdamer Stadtbild, sondern inzwischen über 35 Länder weltweit schmücken. Mit ihrem Werk an der Kepler-Schule in K6,2 steuern die beiden nicht nur ein weiteres Highlight urbaner Kunst zu Mannheims Open-Air-Galerie hinzu, sondern mit ihrer Teilnahme auch ein Stück Street-Art-Geschichte. Das Mural mit dem Titel „900 dogs by a chocolate factory“ entstand in knapp 10 Tagen Mitte Juli und nicht nur der Mannheimer Schokoladengeruch, sondern auch die pralle Sonne, die die beiden Gründungsmitglieder Chaz und Bob und ihre Crewmitglieder Chinny und Douglas unerbittlich beschienen hat, hat es ins Wandbild geschafft.

„900 dogs by a chocolate factory“ von THE LONDON POLICE an der Kepler-Schule in K6,1 (Mannheimer Innenstadt)

Mitte Juli hat der ukrainische Künstler WAONE INTERESNI KAZKI sein Mural mit dem Titel „Jump through time“ in der Itzstraße 1-3 (Rückseite) in der Neckarstadt-West vollendet. Ursprünglich hatte er für das Motiv einen anderen Hintergrund vorgesehen, entschied sich aber dann vor Ort dafür, die Bäume der Umgebung mit ins Bild hineinzuholen. Einen „Master of Colours“ nannte ihn beim Anblick des Werkes eine etablierte Kunsthistorikerin, die im Auftrag der Mannheimer Touristinformation „Stadt.Wand.Kunst“-Führungen leitet. Zur Bedeutung dieser detailreichen, surrealen Bilderwelt möchte sich der zurückhaltende Künstler vorerst nicht äußern, er möchte dem Betrachter vielmehr eine völlig freie, persönliche Interpretation erlauben: „Im not writing any description about the work here. First, I want to give you freedom to interpret it by your own.“ Er selbst wolle die Idee hinter dem Bild in ein paar Tagen in den sozialen Medien preisgeben.
Nach Mannheim wird WAONE INTERESNI KAZKI weitere Murals in Kanada und Griechenland malen sowie eine Soloausstellung in Rom zeigen.

„Jump through time“ von WAONE INTERESNI KAZKI in der Itzsteinstr. 1-3, 68169 Mannheim (Neckarstadt-West)

Der in Hamburg lebende Künstler 1010 (TenTen) ist in den vergangenen Jahren zu einem international gefragten Urban-Artist avanciert. Geboren wurde er 1979 in Polen, als Kind kam er mit seinen Eltern nach Deutschland und sein erstes Piece malte er 1994 im Alter von 15 Jahren. Seine wahre künstlerische Berufung fand er nach jahrelangem Experimentieren im Jahr 2010; damals begann er mit der Entwicklung eines graphischen Konzepts von abstrakten Löchern auf Häuserwänden. Seine daraus entstehenden Kunstwerke sind so gut, dass sie schon so manchen Betrachter hinters Licht geführt haben. Mittels ausgetüftelter Farbabstufungen, perfekten Schattenspielen, den weichen Rändern und einem hohen Maß an Präzision erschafft 1010 eine astreine Dreidimensionalität und damit geniale optische Täuschungen. Seine sonderbaren Formen und Gebilde, deren einzigartige Ästhetik, die wahnsinns Effekte der graphischen Illusion – all das wirkt auf den Betrachter wie ein Tor zu einer anderen Welt.

„Untitled“ von 1010 in der Mittelstraße 9, 69169 Mannheim (Neckarstadt-West)

Stadt.Wand.Kunst war im Mai 2018 in Kooperation mit dem Goethe-Institut zu Gast in Jordaniens Hauptstadt Amman, um sich an der sechsten Ausgabe des Streetart-Festivals „Baladk بلدك“ zu beteiligen. Der in Mannheim geborene Streetartist Hombre SUK verewigte sich und Stadt.Wand.Kunst mit seinem Mural „BALIM“. Hombre SUK gab außerdem einen Graffiti-Workshop an einer Schule für Geflüchtete und schwer erziehbare Jugendliche. Sören Gerhold, Geschäftsführer der Alten Feuerwache und Initiator von Stadt.Wand.Kunst, begleitete Hombre SUK und hielt vor begeistertem Publikum aus Künstlern, Fachpresse und Partner-Institutionen eine Präsentation über Mannheims Open Urban Art Gallery. Den Kontakt in den Nahen Osten und schließlich zum Baladk-Festival kam durch den libanesischen Künstler Yazan Halwani zustande, der vergangenen Sommer das Mural „The Inevitability of Leaving Things Behind“ in der Mannheimer Innenstadt erschaffen hatte.

„Balim“ von Hombre SUK in Amman (Jordanien)

LOW BROS, das Pseudonym der beiden Brüder Christoph und Florin Schmidt, ist ein wenig irreführend, geht ihr künstlerischer Werdegang doch seit Jahren steil nach oben! Die Werke der Low Bros zeichnen eine poppige Mischung aus figürlichen Motiven in Kombination mit geometrischen Elementen aus. Hierbei spielen die Künstler mit Zwei- und Dreidimensionalität, Licht und Schatten und der Verbindung von natürlichen, oftmals tierischen Motiven mit menschlichen Posen und Accessoires. Von der digitalen Welt, die in den Arbeiten der Low Bros immer wieder als zentrales Motiv vorkommt, konnten sie beim Malen in F5 komplett Abstand nehmen. Schon von Weitem kann man die geometrischen Formen erblicken in Farben, die an die Farbpalette aktueller Computerspielästhetik angelehnt sind. Die beste Perspektive auf das Mural, das den Titel „New Wave“ trägt, hat man jedoch von der Straßenecke G4.

„New Wave“ von den LOW BROS in F5, 12, 68159 Mannheim (Innenstadt)

Seit 1996 arbeiten Pablo Togni (Bellinzona) und Christian Rebecchi (Lugano) als NEVERCREW zusammen. Die Arbeiten des Streetartduos zeichnen eine individuelle Symbiose aus Fotorealismus und Abstraktion aus. Inhaltlich behandelt die NEVERCREW oftmals Themen aus der Kontroverse unserer modernen Gesellschaft und der Natur, die dem Betrachter einen kritischen Blick auf den Umgang mit unseren Planeten  abverlangen. Zur Bedeutung des Mannheimer Motivs „Propagating Machine“ sagen die beiden: This is a work about the balance between the elements, about the relation between mankind and nature and about how each element could affect the system of which it is part, both in a good or in a bad way. It is about immediate effects and long term consequences that could seem not tangible, so about the importance of single acts or global attitudes towards the environment in which we live.“

„Propagating Machine“ von der NEVERCREW im Ulmenweg 40-60, 68167 Mannheim (Neckarstadt-Ost)

YAZAN HALWANI, geboren 1993 in Beirut, gehört trotz seines jungen Alters zu den Pionieren der Graffiti- und Streetart-Szene des Mittleren Ostens. Aus seinem Interesse sowohl für klassisches Graffiti-Writing und arabische Kalligrafie als auch für figürliche Malerei entsteht Yazan Halwanis ganz eigener Stil: „Calligraffiti“. Mit seinen Wandgemälden will der „Banksy Beiruts“ die Kultur-Geschichte seiner Heimatstadt neu schreiben – bunt, groß und auf Häuserwänden. Denn noch heute spürt und sieht man im Libanon die Spuren des Bürgerkriegs. Noch immer ist die Gesellschaft zerrissen, die Politiker korrupt, die Gebäude vom Krieg zerstört. Mit seinen riesigen Porträts libanesischer Nationalhelden wie z.B. der Sängerin Sabah, die weit über politische und religiöse Grenzen hinweg bewundert werden, will er sichtbare Zeichen setzen und so die gespaltene Stadt einen. Seine Werke sind in in Tunesien, Singapur, Dubai oder Frankreich zu sehen.

„The Unevitability Of Leaving Things Behind“ von YAZAN HALWANI in F6,12, 68159 Mannheim (Innenstadt)

ALEXEY LUKA, geboren 1983, lebt und arbeitet in Moskau, wo er als einer der talentiertesten, jungen Künstler der russischen, zeitgenössischen Kunstszene gehandelt wird. Neben zahlreichen Malereien, Installationen und Ausstellungen in seiner Heimatstadt nahm ALEXEY LUKA an mehreren international renommierten Kunstveranstaltungen teil. Seine abstrakten, flächigen Farbwelten greifen die Einflüsse seines Architekturstudiums auf und finden sich zu komplexen Kompositionen wieder, in denen Farben und Formen miteinander interagieren und sich wie Puzzleteile zusammenfinden. Die Wandmalereien und Skulpturen von ALEXEY LUKA integrieren sich in ihr Umfeld. Wie architektonisch entworfen bilden sie ein Gesamtkunstwerk mit dem Ort an dem sie zu sehen sind.

„Untitled“ von Alexey LUKA am Jugendkulturzentrum FORUM, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim (Neckarstadt-Ost)

Die große Kunst der großflächigen Kunst hat Hendrik ECB Beikirch von klein auf gelernt. Was mit den ersten Sprayversuchen in der Graffitiszene u.a. seiner Heimatstadt Koblenz begann, führte schnell zu einem einzigartigen Stil, der ihn und seine Bilder weltweit (auch außerhalb der Graffitiszene) bekannt machte. Während um ihn herum die Bilder immer bunter wurden, reduzierte er seine Malereien größtenteils auf graustufige Portraits, oftmals kombiniert mit dezenten, grafischen Schriftelementen. Dieser – besonders in früheren Tagen der deutschen Graffitikultur – sehr eigene Weg des Hendrik ECB Beikirch führte ihn und seine Bilder seither unzählige Sprossen höher auf der Kunstleiter, hin zu weltweiten Wandbildern in einer Größenordnung, für die eine lange Leiter schon lange nicht mehr ausreicht.
Nun entstand im Rahmen von Stadt.Wand.Kunst im August 2016 Véra, das Porträt dieser Frau aus Sibirien, die seitdem von der Brandenburger Straße 44 aus über Mannheim schaut und von den Bürgern der Stadt betrachtet werden kann. Sie ist nicht nur aufgrund ihrer Fläche groß, sondern insbesondere als ein Teil der „Sibirien“-Serie von Hendrik Beikirch ein Teil von etwas besonders Großem!

„Véra“ von Hendrik ECB Beikirch in der Brandenburger Str. 44, 68309 Mannheim (Vogelstang)

BEZT – ETAM CRU, geboren 1987 im polnischen Turek, und SAINER lernten sich während des Studiums an der Hochschule der Bildenden Künste in Lodz kennen und begannen zusammen zu malen. Neben ihren Soloprojekten als Künstler und Designer machten sie sich seither vor allem als Künstlerduo unter dem Pseudonym ETAM CRU einen Namen in der polnischen und internationalen Graffiti- und Kunstszene. In seinen größtenteils figürlichen Arbeiten kombiniert BEZT Realismus und Fiktion. Er mischt klassische Elemente und die Ästhetik osteuropäischer Kultur mit modernen Themen und erschafft dadurch mystisch anmutende Fantasiewelten die den Betrachter zum Nachdenken anregen und gleichzeitig ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

„Europe“ von BEZT (ETAM cru) in E7,22, 68159 Mannheim (Innenstadt)

  • MEHRDAD ZAERI und CHRISTINA LAUBE (SOURATI)

Mehrdad Zaeri-Esfahani kam 1970 in Isfahan/Iran auf die Welt. Als Kind bestand seine Welt aus der Leidenschaft für Spiele und den Ängsten vor dem Leben. Die Ängste hat er mittlerweile gut überwunden, die Spielfreude ist geblieben. 1985 floh Mehrdad mit seiner Familie über die Türkei und Ost-Berlin nach Heidelberg, wo er 1992 sein Abitur machte. Dann begann das Taxifahren und Zeichnen und er beschloss, Künstler zu werden. Heute lebt Mehrdad Zaeri mit seiner Frau Christina Laube in Mannheim, macht seine Kunst v.a. als Buchillustrator und Performancekünstler und mag dieses Leben, das immer eine Überraschung in der Tasche hat. Sein Mural „Die Freiheitstesterin“ ist sein erstes großformatiges Wandgemälde und er ist jetzt schon süchtig nach mehr.
Das Gebäude wurde im Sommer 2018 wie geplant abgerissen. Die zeitliche Begrenztheit dieses Kunstwerks war von vornherein bewusst und gewollt.

„Freiheitstesterin“ von Mehrdad Zaeri und Christina Laube in B6 4, 68159 Mannheim (Innenstadt)

Als eine Hälfte der ETAM CRU begeistert der 1988 in Lodz geborene SAINER schon seit Jahren Urban- und Street-Art Liebhaber auf der ganzen Welt durch seine figürlichen Arbeiten. Seit 2010 stellte SAINER seine Arbeiten auf zahlreichen sehr erfolgreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Galerien und Museen aus, u.a. in der Thinkspace Gallery in Los Angeles und im Museum of Art in Honolulu (dort im Rahmen der POW! POW! Ausstellung 2013). Seine illustrativen Fantasiewelten erzeugen eine ganz eigene melancholische Stimmung, oft gepaart mit humorvollen oder unerwarteten Elementen, in einer perfekt ausgeführten Mischung aus Comic und Realität. Ob in seinem Heimatland Polen oder auf internationaler (Hebe-)Bühne, SAINER weiß mit seinen Fassadenbildern auch kritische Stimmen zu überzeugen und wird die Messlatte für den nachfolgenden Künstler – seinen ETAM-Partner BEZT beim diesjährigen STADT.WAND.KUNST mit Sicherheit sehr weit nach oben schrauben.

„Baseball Sketch“ von SAINER (ETAM cru) in der Waldhofstraße 56, 68169 Mannheim (Neckarstadt-West)

  • MEINER*

Geboren 1986 in Rheinland-Pfalz, lebt und arbeitet in Waldsee/Pfalz. Linien, harte Kanten, geometrische Formen, dies sind einige Attribute welche die Arbeiten von Philipp Himmel beschreiben. Beeinflusst durch die langjährige Einbindung in die Graffitikultur und das Medium Sprühdose entstehen neu abstrakte Räume. Einzelne Buchstaben bilden die Grundlage der Arbeiten, stehen aber nicht im Fokus, der auf Konstruktion und Komposition liegt. Mittels eines Mix aus Materialien werden Flächen und Strukturen überlagert, werden Ebenen geschaffen und wachsen so zu einem ganzen Werk zusammen.

*Im Zuge der Umbaumaßnahmen auf den Mannheimer Konversionsflächen mussten die Gebäude im Frühjahr 2017 wie geplant abgerissen werden.

Farbe für Franklin – Meiner*

  • SWEETUNO*

Seit er 1989 mit Graffiti begann, hat Sweetuno sich einem klassischen Stil verschrieben: vom Tag zum Throwup, von simple zum wildstyle. Während seiner Jugend in der Graffiti-Szene Basels in den 90er Jahren, wurde er beeinflusst durch Straßen voller Tags und die berühmten Bahnlinien voller verschiedener Styles. Seit 12 Jahren lebt und arbeitet er in Heidelberg. Seine Suche nach Identität im Style und kontinuierlicher Weiterentwicklung ist immer noch Sweetunos treibende Kraft; die Arbeiten sind experimentell, folgen aber immer seinen Wurzeln. 2008 stellt Sweetuno seine Graffit-Arbeiten erstmalig aus, es folgten zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. Neben dem Graffiti ist er Autor, Regisseur und Schauspieler. 2006 schrieb er das erste Theaterstück über Graffiti mit dem Titel „Sky is the limit“, das 2014 innerhalb der „Kick And Throw Graffiti Show“ in der Alten Feuerwache zu sehen war.

*Im Zuge der Umbaumaßnahmen auf den Mannheimer Konversionsflächen mussten die Gebäude im Frühjahr 2017 wie geplant abgerissen werden.

Farbe für Franklin – Sweetuno*

Super Mario, Comics und 90er-Graffiti: Die Bilder von Hombre sind durch seine Kindheit geprägt. Seine Arbeiten entstehen primär mit der Sprühdose – freihand. Immer widmet er sich zwei Stilrichtungen: Auf der einen Seite klassisch comiclastige Motive, auf der anderen Seite skizzenhaft anmutende Portraits in schwarz-weiß. In den 90ern hat ihn vor allem der Spirit des Graffiti gefesselt, Heute geht es primär um das Ergebnis und die gute Zeit. Mannheim, wo er aufgewachsen ist, hat seinen Style vor allem dadurch geprägt, dass es wenige große Wände zum Ausprobieren gab.

*Im Zuge der Umbaumaßnahmen auf den Mannheimer Konversionsflächen mussten die Gebäude im Frühjahr 2017 wie geplant abgerissen werden.

Farbe für Franklin – Hombre*

das Künstlerduo Sobekcis besteht aus den Zwillingsbrüdern Sobek und Kcis aus Belgrad. Ihr gemeinsames Interesse an visuellem Ausdruck führte dazu, dass sie sich recht früh als das Duo fanden, dessen Arbeiten zuletzt 2014 im Rahmen der „OpenSpace Gallery“ in Paris ausgestellt wurden. Beide studierten Grafikdesign an der Universität für angewandte Kunst in Wien.Die charakteristischste Besonderheit des Sebekcis-Stils ist die Flut an grell-farbigen geometrischen Formen, die in all ihren Kunstwerken wiederkehren. Buchstaben lassen sich teilweise nur erahnen, aber erklärtes Ziel Sobekcis ist nicht Lesbarkeit, sondern eine gelungene Komposition aus Outline, Fill-in, Vorder- und Hintergrund zu finden. Dies gibt ihrer Kunst eine unvergleichliche Intensität.

„Motion“ von SOBEKCIS in der Zeppelinstraße 20-24, 68169 Mannheim (Neckarstadt-West)

Im Werk von Stohead zeigt sich seine große Leidenschaft – die Schrift. Er verknüpft, was ihn prägt, mit dem, was ihn bewegt: the code of the streets. Extrahierte Lyrics und Schlagworte aktueller gesellschaftlicher Themen werden vom Künstler mathematisch aufgeschlüsselt. Die kalligrafischen Anordnungen von bis zur Abstraktion überzeichneten Buchstaben entziehen sich zunächst der Lesbarkeit: In einhämmernder Wiederholung als Muster kompromisslos aneinandergereiht oder in eine dreidimensionale Betrachtungsebene überführt. Im Arbeitsprozess wird der Bogen gespannt dessen gespeicherte Kraft sich dann in wilder Entschlossenheit auf dem Malgrund entlädt. Die großformatigen Darstellungen, die dem scheinbar Ungeordneten eine Struktur geben, transportieren diese Energie besonders eindringlich und übertragen sie auf den Betrachter.

„Rhythm“ von STOHEAD in S5, 12-17, 68161 Mannheim (Innenstadt)

Rafael Gerlach wurde 1977 in Venezuela geboren und wuchs in München auf. Der gelernte Grafikdesigner entdeckte schon früh sein Interesse an Graffiti, entwickelte jedoch kontinuierlich einen Stil, der fern historisch gewachsener Formen- und Bildersprache das vermeintlich oberflächlich Schöne verneint. Gerlach aka SatOne konstruiert mit seinen geometrischen Abstraktionen und futuristisch anmutenden Formen eine förmliche aber nicht greifbare Welt. Er erscheint mit seiner Vielschichtigkeit und seiner Präzision als Architekt einer parallel existierenden Realität, bei der sich die physikalische Form ihrer Baumaterialien, fernab irdischer Gravitation, erst in ihrer Kombination miteinander manifestiert.

„Insomnia“ von SATONE in der Kleestraße 6, 68169 Mannheim (Neckarstadt-West)

ASKE aus Moskau hat sich innerhalb kürzester Zeit international einen Namen als Graffiti-Writer sowie als Grafiker und Illustrator – unter anderem für Fachbücher und – magazine – gemacht. Das New York Print Magazine setzte ihn 2010 auf die Top-20-Liste internationaler, aufstrebender Bildender Künstler. Seine künstlerische Karriere begann er im Jahr 2000. Schnell wurde er bekannt durch seine comicartigen Motive, die er aus einzelnen, voneinander abgegrenzten Flächen zusammensetzt. Dadurch erhalten seine Figuren etwas Steriles, Roboterhaftes – zugleich sind seine Bildkompositionen dynamisch und farbintensiv. Neben analogen Werken, widmet sich ASKE auch der digitalen Kunst und ist als Grafiker für viele bekannte Marken (u.a. Nike, Reebok, Stussy, Nokia, Computer Arts Magazine) tätig. Weiterhin ist er Mitbegründer und Chefredakteur des Magazins Code Red, das sich mit Graffiti, Streetart, Kunst und Grafikdesign befasst. Durch seinen unverkennbaren Stil sowie durch Hingabe und ernsthafte Herangehensweise an seine Arbeit, kommt ASKE eine Ausnahmestellung unter den internationalen Street Art Künstlern zu. Davon zeugt auch seine Materialfülle: ASKE erstellt Reliefs aus Sperrholz, die in zahlreichen Ausstellungen zu sehen waren, bemalt Leinwände und natürlich Hauswände. In Moskau, Salavat und Vyska hat er bereits solche großflächigen Projekte realisiert – die jüngste Arbeit entstand in Mannheim, wo er zuletzt 2010 an der Ausstellung „Kunstkraft“ beteiligt war.

„The Modern Thinker“ von ASKE in F6, 8, 68159 Mannheim (Innenstadt)

Ihre Bilder sind gewaltig, ihr Dualismus kraftvoll und bemerkenswert: Hera (Jasmin Siddiqui) liefert die ausdrucksvollen, gestischen Umrisslinien. Akut (Falk Lehmann) steuert die fotorealistischen Details bei. Beide haben ihre Wurzeln in der Graffiti-Szene, malten 2004 zum ersten Mal gemeinsam an einer Wand und schlossen sich daraufhin zum Duo zusammen. Als HERAKUT haben sie in Großstädten auf der ganzen Welt gearbeitet: Los Angeles, Toronto, Kathmandu, San Francisco, Melbourne. Mühelos weben sie Humor und Texte in ihre Arbeiten, die immer auch eine Geschichte erzählen, eine imaginäre Welt mit inspirierenden Figuren darin erschaffen. Nur konsequent also, dass HERAKUT auch Bücher veröffentlicht: „The Perfect Merge“ (2009) und „After The Laughter“ (2011). Auch das Motiv „My Superhero Power is Forgiveness“, das HERAKUT im Sommer 2013 an einem sechststöckigen Gebäude in der Mannheimer Innenstadt realisierte, ist letztlich eine Buchseite und Teil des „Giant Storybook Project“, dessen Einzelteile über die ganze Welt verstreut liegen. In den kurzen Texten, die die Bilder begleiten, offenbaren HERAKUT einen kritischen Blick auf soziale Brüche und kollektive Zwänge; zugleich erinnern sie an die Kraft der Liebe. Von sich selbst sagen die beiden, dass sie nicht in teuren Galerien ausstellen wollen, sondern den öffentlichen Raum als „natürliche Heimat“ ihrer Wandgemälde sehen, die den Betrachtern Ruhe, Halt, Trost und Mut schenken sollen.

„My Superhero Power Is Forgiveness“ von HERAKUT in F6, 1-5, 68159 Mannheim (Innenstadt)

© 2018 Stadt.Wand.Kunst
Stadt.Wand.Kunst ist ein Projekt der Alten Feuerwache Mannheim, der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG und Montana Cans. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Mannheim. Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.