Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Stadt.Wand.Kunst

Stadt.Wand.Kunst ist ein Projekt der Alten Feuerwache Mannheim in Kooperation mit der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG, dem Kulturamt der Stadt Mannheim und MONTANA-CANS, gefördert durch den Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Seit 2013 lädt Stadt.Wand.Kunst jeden Sommer bekannte nationale und internationale Streetart-Künstler nach Mannheim ein, um sogenannte „Murals“ – großformatige Wandgemälde – an Hausfassaden anzufertigen. Ziel von Stadt.Wand.Kunst ist es, Mannheims graue Mauern zu einer öffentlichen Galerie zu machen und das erste frei zugängliche Museum für Fassadenkunst in ganz Baden-Württemberg zu errichten: Die Open Urban Art Gallery Mannheim!

Auch entsprechende Stadtkarten und -rundgänge sind geplant. Die BürgerInnen und BesucherInnen der Stadt Mannheim können den Entstehungsprozess dieser gigantischen Kunstwerke live mitverfolgen und die fertigen Werke jederzeit aufsuchen.

Die Entstehung der Werke kann auf der Stadt.Wand.Kunst-Facebookseite mitverfolgt werden: https://www.facebook.com/stadt.wand.kunst/
Alle aktuellen Aktionen, Murals, Künstler, Hintergrundstories, Videos und Bilderstrecken finden Sie auf:
stadt-wand-kunst.de

Eine eigene Ausstellung vom 23. Juli bis 21. August 2016 im Studio Feuerwache dokumentierte die Entstehung der Murals in Fotografie und Video mit den Kunstwerken von herakut, ASKE, Stohead, Sobekcis, SatOne, Hombre SUK & Boogie, Meiner und Sweetuno sowie Sainer und Mehrdad Zaeri.

Daneben unterstützt Stadt.Wand.Kunst die Nachwuchsförderung und die Stärkung der Szene vor Ort, wie z.B. beim Projekt „Farbe für Franklin“. In diesem Rahmen wurden im Juli 2015 die Künstler SWEETUNO, MEINER sowie HOMBRE SUK & BOOgIE eingeladen, drei große Fassaden von Abrisshäusern auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne Benjamin Franklin Village zu gestalten. Daneben fanden dort Workshops mit Jugendli- chen statt.

Bisher sind 12 Murals folgender Künstler in Mannheim zu sehen: HERAKUT (Frankfurt/ Schmalkalden; 2013), ASKE (Moskau, 2014), SATONE (München, 2015), STOHEAD (Berlin, 2015) und SOBEKCIS (Belgrad, 2015) sowie HOMBRE&Boogie, MEINER und SWEETUNO (Mannheim, Heidelberg 2015), SAINER (Polen, 2016), Mehrdad Zaeri (Iran/Mannheim, 2016), BEZT (Polen, 2016) und Hendrik ECB Beikirch (Koblenz, 2016). Letzteres ist mit einer Höhe von 44 Metern das größte Mural deutschlandweit! Alle Wandgemälde sind von 2013 bis 2016 in der Mannheimer Innenstadt, der Mannhei- mer Neckarstadt, der Vogelstand und auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne Benjamin Franklin Village entstanden.

Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen für die Fortsetzung von Stadt.Wand.Kunst im Sommer 2017. Alle aktuellen Aktionen, Murals, Künstler, Hintergrundstories, Videos und Bilderstrecken finden Sie auf stadt-wand-kunst.de.

Das sind die bisherigen Stadt.Wand.Kunst-Künstler:

  • ECB HENDRIK BEIKIRCH

Die große Kunst der großflächigen Kunst hat Hendrik ECB Beikirch von klein auf gelernt. Was mit den ersten Sprayversuchen in der Graffitiszene u.a. seiner Heimatstadt Koblenz begann, führte schnell zu einem einzigartigen Stil, der ihn und seine Bilder weltweit (auch außerhalb der Graffitiszene) bekannt machte. Während um ihn herum die Bilder immer bunter wurden, reduzierte er seine Malereien größtenteils auf graustufige Portraits, oftmals kombiniert mit dezenten, grafischen Schriftelementen. Dieser – besonders in früheren Tagen der deutschen Graffitikultur – sehr eigene Weg des Hendrik ECB Beikirch führte ihn und seine Bilder seither unzählige Sprossen höher auf der Kunstleiter, hin zu weltweiten Wandbildern in einer Größenordnung, für die eine lange Leiter schon lange nicht mehr ausreicht.
Nun entstand im Rahmen von Stadt.Wand.Kunst im August 2016 Véra, das Porträt dieser Frau aus Sibirien, die seitdem von der Brandenburger Straße 44 aus über Mannheim schaut und von den Bürgern der Stadt betrachtet werden kann. Sie ist nicht nur aufgrund ihrer Fläche groß, sondern insbesondere als ein Teil der „Sibirien“-Serie von Hendrik Beikirch ein Teil von etwas besonders Großem!

  • BEZT

BEZT – ETAM CRU, geboren 1987 im polnischen Turek, und SAINER lernten sich während des Studiums an der Hochschule der Bildenden Künste in Lodz kennen und begannen zusammen zu malen. Neben ihren Soloprojekten als Künstler und Designer machten sie sich seither vor allem als Künstlerduo unter dem Pseudonym ETAM CRU einen Namen in der polnischen und internationalen Graffiti- und Kunstszene. In seinen größtenteils figürlichen Arbeiten kombiniert BEZT Realismus und Fiktion. Er mischt klassische Elemente und die Ästhetik osteuropäischer Kultur mit modernen Themen und erschafft dadurch mystisch anmutende Fantasiewelten die den Betrachter zum Nachdenken anregen und gleichzeitig ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

  • MEHRDAD ZAERI

Mehrdad Zaeri-Esfahani kam 1970 in Isfahan/Iran auf die Welt. Als Kind bestand seine Welt aus der Leidenschaft für Spiele und den Ängsten vor dem Leben. Die Ängste hat er mittlerweile gut überwunden, die Spielfreude ist geblieben. 1985 floh Mehrdad mit seiner Familie über die Türkei und Ost-Berlin nach Heidelberg, wo er 1992 sein Abitur machte. Dann begann das Taxifahren und Zeichnen und er beschloss, Künstler zu werden. Heute lebt Mehrdad Zaeri mit seiner Frau Christina Laube in Mannheim, macht seine Kunst v.a. als Buchillustrator und Performancekünstler und mag dieses Leben, das immer eine Überraschung in der Tasche hat. Sein Mural „Die Freiheitstesterin“ ist sein erstes großformatiges Wandgemälde und er ist jetzt schon süchtig nach mehr.

  • SAINER

Als eine Hälfte der ETAM CRU begeistert der 1988 in Lodz geborene SAINER schon seit Jahren Urban- und Street-Art Liebhaber auf der ganzen Welt durch seine figürlichen Arbeiten. Seit 2010 stellte SAINER seine Arbeiten auf zahlreichen sehr erfolgreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Galerien und Museen aus, u.a. in der Thinkspace Gallery in Los Angeles und im Museum of Art in Honolulu (dort im Rahmen der POW! POW! Ausstellung 2013). Seine illustrativen Fantasiewelten erzeugen eine ganz eigene melancholische Stimmung, oft gepaart mit humorvollen oder unerwarteten Elementen, in einer perfekt ausgeführten Mischung aus Comic und Realität. Ob in seinem Heimatland Polen oder auf internationaler (Hebe-)Bühne, SAINER weiß mit seinen Fassadenbildern auch kritische Stimmen zu überzeugen und wird die Messlatte für den nachfolgenden Künstler – seinen ETAM-Partner BEZT beim diesjährigen STADT/WAND/KUNST mit Sicherheit sehr weit nach oben schrauben.

  • MEINER

Geboren 1986 in Rheinland-Pfalz, lebt und arbeitet in Waldsee/Pfalz. Linien, harte Kanten, geometrische Formen, dies sind einige Attribute welche die Arbeiten von Philipp Himmel beschreiben. Beeinflusst durch die langjährige Einbindung in die Graffitikultur und das Medium Sprühdose entstehen neu abstrakte Räume. Einzelne Buchstaben bilden die Grundlage der Arbeiten, stehen aber nicht im Fokus, der auf Konstruktion und Komposition liegt. Mittels eines Mix aus Materialien werden Flächen und Strukturen überlagert, werden Ebenen geschaffen und wachsen so zu einem ganzen Werk zusammen.

  • SWEETUNO

Seit er 1989 mit Graffiti begann, hat Sweetuno sich einem klassischen Stil verschrieben: vom Tag zum Throwup, von simple zum wildstyle. Während seiner Jugend in der Graffiti-Szene Basels in den 90er Jahren, wurde er beeinflusst durch Straßen voller Tags und die berühmten Bahnlinien voller verschiedener Styles. Seit 12 Jahren lebt und arbeitet er in Heidelberg. Seine Suche nach Identität im Style und kontinuierlicher Weiterentwicklung ist immer noch Sweetunos treibende Kraft; die Arbeiten sind experimentell, folgen aber immer seinen Wurzeln. 2008 stellt Sweetuno seine Graffit-Arbeiten erstmalig aus, es folgten zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. Neben dem Graffiti ist er Autor, Regisseur und Schauspieler. 2006 schrieb er das erste Theaterstück über Graffiti mit dem Titel „Sky is the limit“, das 2014 innerhalb der „Kick And Throw Graffiti Show“ in der Alten Feuerwache zu sehen war.

  • Hombre SUK & Boogie

Super Mario, Comics und 90er-Graffiti: Die Bilder von Hombre sind durch seine Kindheit geprägt. Seine Arbeiten entstehen primär mit der Sprühdose – freihand. Immer widmet er sich zwei Stilrichtungen: Auf der einen Seite klassisch comiclastige Motive, auf der anderen Seite skizzenhaft anmutende Portraits in schwarz-weiß. In den 90ern hat ihn vor allem der Spirit des Graffiti gefesselt, Heute geht es primär um das Ergebnis und die gute Zeit. Mannheim, wo er aufgewachsen ist, hat seinen Style vor allem dadurch geprägt, dass es wenige große Wände zum Ausprobieren gab.

  • SOBEKCIS

das Künstlerduo Sobekcis besteht aus den Zwillingsbrüdern Sobek und Kcis aus Belgrad. Ihr gemeinsames Interesse an visuellem Ausdruck führte dazu, dass sie sich recht früh als das Duo fanden, dessen Arbeiten zuletzt 2014 im Rahmen der „OpenSpace Gallery“ in Paris ausgestellt wurden. Beide studierten Grafikdesign an der Universität für angewandte Kunst in Wien.Die charakteristischste Besonderheit des Sebekcis-Stils ist die Flut an grell-farbigen geometrischen Formen, die in all ihren Kunstwerken wiederkehren. Buchstaben lassen sich teilweise nur erahnen, aber erklärtes Ziel Sobekcis ist nicht Lesbarkeit, sondern eine gelungene Komposition aus Outline, Fill-in, Vorder- und Hintergrund zu finden. Dies gibt ihrer Kunst eine unvergleichliche Intensität.

  • Stohead

Im Werk von Stohead zeigt sich seine große Leidenschaft – die Schrift. Er verknüpft, was ihn prägt, mit dem, was ihn bewegt: the code of the streets. Extrahierte Lyrics und Schlagworte aktueller gesellschaftlicher Themen werden vom Künstler mathematisch aufgeschlüsselt. Die kalligrafischen Anordnungen von bis zur Abstraktion überzeichneten Buchstaben entziehen sich zunächst der Lesbarkeit: In einhämmernder Wiederholung als Muster kompromisslos aneinandergereiht oder in eine dreidimensionale Betrachtungsebene überführt. Im Arbeitsprozess wird der Bogen gespannt dessen gespeicherte Kraft sich dann in wilder Entschlossenheit auf dem Malgrund entlädt. Die großformatigen Darstellungen, die dem scheinbar Ungeordneten eine Struktur geben, transportieren diese Energie besonders eindringlich und übertragen sie auf den Betrachter.

  • SatOne

Rafael Gerlach wurde 1977 in Venezuela geboren und wuchs in München auf. Der gelernte Grafikdesigner entdeckte schon früh sein Interesse an Graffiti, entwickelte jedoch kontinuierlich einen Stil, der fern historisch gewachsener Formen- und Bildersprache das vermeintlich oberflächlich Schöne verneint. Gerlach aka SatOne konstruiert mit seinen geometrischen Abstraktionen und futuristisch anmutenden Formen eine förmliche aber nicht greifbare Welt. Er erscheint mit seiner Vielschichtigkeit und seiner Präzision als Architekt einer parallel existierenden Realität, bei der sich die physikalische Form ihrer Baumaterialien, fernab irdischer Gravitation, erst in ihrer Kombination miteinander manifestiert.

  • Dimitri ASKE

ASKE aus Moskau hat sich innerhalb kürzester Zeit international einen Namen als Graffiti-Writer sowie als Grafiker und Illustrator – unter anderem für Fachbücher und – magazine – gemacht. Das New York Print Magazine setzte ihn 2010 auf die Top-20-Liste internationaler, aufstrebender Bildender Künstler. Seine künstlerische Karriere begann er im Jahr 2000. Schnell wurde er bekannt durch seine comicartigen Motive, die er aus einzelnen, voneinander abgegrenzten Flächen zusammensetzt. Dadurch erhalten seine Figuren etwas Steriles, Roboterhaftes – zugleich sind seine Bildkompositionen dynamisch und farbintensiv. Neben analogen Werken, widmet sich ASKE auch der digitalen Kunst und ist als Grafiker für viele bekannte Marken (u.a. Nike, Reebok, Stussy, Nokia, Computer Arts Magazine) tätig. Weiterhin ist er Mitbegründer und Chefredakteur des Magazins Code Red, das sich mit Graffiti, Streetart, Kunst und Grafikdesign befasst. Durch seinen unverkennbaren Stil sowie durch Hingabe und ernsthafte Herangehensweise an seine Arbeit, kommt ASKE eine Ausnahmestellung unter den internationalen Street Art Künstlern zu. Davon zeugt auch seine Materialfülle: ASKE erstellt Reliefs aus Sperrholz, die in zahlreichen Ausstellungen zu sehen waren, bemalt Leinwände und natürlich Hauswände. In Moskau, Salavat und Vyska hat er bereits solche großflächigen Projekte realisiert – die jüngste Arbeit entstand in Mannheim, wo er zuletzt 2010 an der Ausstellung „Kunstkraft“ beteiligt war.

  • HERAKUT

Ihre Bilder sind gewaltig, ihr Dualismus kraftvoll und bemerkenswert: Hera (Jasmin Siddiqui) liefert die ausdrucksvollen, gestischen Umrisslinien. Akut (Falk Lehmann) steuert die fotorealistischen Details bei. Beide haben ihre Wurzeln in der Graffiti-Szene, malten 2004 zum ersten Mal gemeinsam an einer Wand und schlossen sich daraufhin zum Duo zusammen. Als HERAKUT haben sie in Großstädten auf der ganzen Welt gearbeitet: Los Angeles, Toronto, Kathmandu, San Francisco, Melbourne. Mühelos weben sie Humor und Texte in ihre Arbeiten, die immer auch eine Geschichte erzählen, eine imaginäre Welt mit inspirierenden Figuren darin erschaffen. Nur konsequent also, dass HERAKUT auch Bücher veröffentlicht: „The Perfect Merge“ (2009) und „After The Laughter“ (2011). Auch das Motiv „My Superhero Power is Forgiveness“, das HERAKUT im Sommer 2013 an einem sechststöckigen Gebäude in der Mannheimer Innenstadt realisierte, ist letztlich eine Buchseite und Teil des „Giant Storybook Project“, dessen Einzelteile über die ganze Welt verstreut liegen. In den kurzen Texten, die die Bilder begleiten, offenbaren HERAKUT einen kritischen Blick auf soziale Brüche und kollektive Zwänge; zugleich erinnern sie an die Kraft der Liebe. Von sich selbst sagen die beiden, dass sie nicht in teuren Galerien ausstellen wollen, sondern den öffentlichen Raum als ‚natürliche Heimat’ ihrer Wandgemälde sehen, die den Betrachtern Ruhe, Halt, Trost und Mut schenken sollen.
Hera, Jasmin Siddiqui, geboren 1981 in Frankfurt, Deutschland. Studium Visuelle Kommunikation/Grafik-Design an der Fachhochschule Wiesbaden. Erstes Graffiti im Jahr 2000. Akut, Falk Lehmann, geboren 1977 in Schmalkalden, Deutschland. Studium Visuelle Kommunikation/Grafik-Design an der Bauhaus-Universität in Weimar. Erstes Graffiti im Jahr 1991.

Gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Landes Baden-Württemberg

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© 2017 Stadt.Wand.Kunst
Ein Projekt der Alten Feuerwache Mannheim
in Zusammenarbeit mit der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG,
dem Kulturamt der Stadt Mannheim und MONTANA-CANS

Mit freundlicher Unterstützung von mateco GmbH

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"Véra" von Hendrik Beikirch


"Europe" von BEZT (ETAM cru)


"Die Freiheitstesterin" von Mehrdad Zaeri


"Baseball Sketch" von Sainer (ETAM cru)


Farbe für Franklin - Hombre


Farbe für Franklin - Sweetuno


Farbe für Franklin - Meiner


"Rhythm" von Stohead


"Insomnia" von SatOne


"Motion" von SOBEKCIS


"The Modern Thinker" von ASKE


"My Superhero power is forgiveness" von Herakut