Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Von Tieren lernen. Wissenschaftler improvisieren zu Gedichten

28. Februar 2017
Dienstag

Einlass 19:00
Beginn 20:00



"lesen.hören 11"

Als „Poesie-Aktivistin“ hat sie ein Kenner der Szene bewundernd bezeichnet: Mara-Daria Cojocaru, 1980 in Hamburg geboren, Expertin für Tierphilosophie und Dichterin. „Anstelle einer Unterwerfung“ heißt ihr zweiter Gedichtband. In der Tat kann von Unterwerfung keine Rede sein, wenn man dem bestimmten Ton folgt, mit dem Cojocaru immer wieder fragt: „Was ist los mit uns?“ Eine mögliche Antwort: »Es ist das / Alte Halsband Angst, nicht Mensch, nicht / Tier zu sein«, mit dem wir uns selbst am freien und aufrechten Gang behindern. Insofern haben diese Gedichte weniger mit Tierschutz und Ökolyrik zu tun als mit politischer Radikalität. Sie laden ein, der engen Stirn die pressenden Bänder zu lösen, den Blick zu heben und in die Weite zu schauen. – Ganz konkret haben wir für diese Art der Blickweitung vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen, die eingefahrenen Gleise ihrer Fachrichtungen zu verlassen, Cojocarus Gedichte zu lesen und uns in Minimal-Vorträgen von ihrer Lektüre zu erzählen. Experimentierfreudig angereist sind dafür: Hanna Engelmeier, die sich damit beschäftigt hat, wie Darwins Lehren in Deutschland verstanden wurden, und jetzt über das Thema „Trost“ forscht, Philipp von Gall, der über „Tierschutz als Agrarpolitik“ nachdenkt, Christa Grewe-Volpp, die sich auf die ökokritischen und ökofeministischen Spuren von Cojocarus Gedichten begibt sowie der Science Slammer, Panama-Reisende und Mitarbeiter des Senckenberg Forschungsinstituts Sebastian Lotzkat, der als Autor mit seiner Liebeserklärung an die Schlange bekannt geworden ist. Durch den Abend führt als kundiger Conferencier Jan Wilm.

 

In Kooperation mit Science Slam


Mara-Daria Cojocaru © Gesa Koch-Weser


Hanna Engelmeier © privat


Philipp von Gall © privat


Christa Grewe-Volpp © privat


Sebastian Lotzkat © privat