Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Enjoy Jazz: Camille

12. Oktober 2008
Sonntag

Einlass 19:00
Beginn 20:00



Wer beim Erscheinen von Camilles erstmals komplett englischsprachig (allerdings: with a very heavy accent) Album „Music Hole“ angesichts der eindrucksvollen Musikalität der Sängerin und ihrer Mitstreiter so fassungslos wie hingerissen reagierte, hatte völlig recht. Das war von der Sängerin eines nur cleveren, aber blutleeren Projekts wie Nouvelle Vague nicht zu erwarten. Trotzdem sei an dieser Stelle der Hinweis erlaubt, dass das, was „Music Hole“ ausmacht, nämlich das Spiel mit dem Körper als Klangerzeuger, das vervielfachende Loopen und Verschränken von Stimmen und Geräuschen zu komplexen Rhythmen und der weitgehende Verzicht auf „normale“ Instrumente bereits auf den Vorgängeralben „Le fil“ und „Au trianon“ angelegt war. Was Camille jetzt mehr als überzeugend gelingt, ist weniger angeberhaft als eine Bobby McFerrin-Performance und trotz abgefahrener Flüssig-Perkussion weniger esoterisch als Björks „Medulla“. Vielleicht liegt das daran, dass Camilles Virtuosität durch Vulgarität und Kampflust geerdet scheint. Wenn sie in „Money Note“ einen federnd groovenden Klangkörper aus Doo-Wop, Gospel und R&B erschafft, um sich mit prominenten Sängerinnen wie Mariah Carey anzulegen und die Zeile „I Want To Beat Mariah“ spielerisch, aber ziemlich treffend mit dem Geräusch eines unter Hochdruck stehenden Teekessels unterlegt, hat sie die Lacher auf ihrer Seite. Kein Wunder, wenn DIE ZEIT jubelt: „Es ist eine kindliche Anarchie, die Freudenfeste feiert, voller Sprachspiel und Witz in den Texten.“

Camille: voc, p, ep, perc, backgr voc; Matthew Ker a.k.a. MaJiker: p, synth, perc; Sly Johnson: beatbox; Vincent Chtaibi: beatbox; Martin Gamet: contrabassoon, b, perc , backgr voc; Matthiue Eymard: perc; Gisela Razanajatovo: backgr voc; Isabel Gonzales: backgr voc