Planet Ears-Intro: Where is the love?
Backstage Alte Feuerwache
11. Dezember 2026
Freitag
Beginn 17:30
Eintritt über solidarisches Preissystem 5€ | 10€ | 15€
To truly love we must learn to mix various ingredients—care, affection, recognition, respect, commitment, and trust, as well as honest and open communication. (bell hooks in „all about love“)
Sorge-Arbeit hält unsere Gesellschaft zusammen: zuhören, unterstützen, Verantwortung füreinander übernehmen. Trotzdem bleibt sie oft unbezahlt und unsichtbar. Und sie wird überdurchschnittlich oft von marginalisierten Gruppen getragen. Für bell hooks ist Liebe deshalb mehr als ein Gefühl: Sie ist eine Praxis, die wir üben können und die politisch ist.
Das Einführungspanel von PLANET EARS fragt, was das für die Musikvermittlung bedeutet, also dort, wo Musik gelehrt, geteilt und weitergegeben wird. Wie können Sorge, Zuhören und gegenseitige Verantwortung im Musikalltag gelebt werden, in einer Welt voller Unruhe und Ungerechtigkeit? Und wie wird die Arbeit dahinter sichtbar und fair verteilt?
Rim Irscheid, Kuratorin des Symposiums, spricht mit Jamila Al-Yousef (Musikerin und diskriminierungssensible Beraterin), Julia Alicka (Kulturarbeiterin und Künstlerin) und Laila Mahmoud (Musikerin).
Laila Mahmoud
Geboren 1990 in Tartus an der syrischen Mittelmeerküste, trägt Laila Mahmoud, auch bekannt als Laila Ta-Mah, die Klänge ihrer Heimat tief in sich. Als Kanun-Spielerin, Sängerin und Komponistin verwandelt sie das jahrhundertealte Saiteninstrument in ein Ausdrucksmittel zeitgenössischer Klangkunst. Sie erweitert das traditionelle Repertoire des Kanun, indem sie klassische arabische Tonalität mit modernen musikalischen Sprachen verwebt – von Pop und Indie über Hip-Hop, westliche Klassik und Jazz bis hin zu Flamenco, türkischer Klassik und Arabesque. Das Zentrum ihrer künstlerischen Mission ist zutiefst humanistisch: Laila möchte mit ihrer Musik Menschen berühren, die mit erzwungenem Wandel, Mehrfachidentitäten und inneren Widersprüchen leben – Menschen, die in der Bewegung die Kraft zum Bleiben finden. Ihre Kompositionen tragen eine farbige Sehnsucht, in der Schmerz, Wille und Entschlossenheit eine gemeinsame Sprache finden.
Julia Alicka
Julia Alicka ist Kulturarbeiterin, Autorin und Musikerin aus Mannheim. Als Mitgründerin und langjährige Leiterin des Kulturortes ALTER entwickelte sie niedrigschwellige Kulturformate an der Schnittstelle von Musik, Stadtgesellschaft und sozialer Teilhabe. Heute arbeitet sie am Nationaltheater Mannheim, schreibt und moderiert zu kultur- und gesellschaftspolitischen Themen und ist Mitglied des Mannheimer Migrationsbeirats und Kulturausschusses. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Kultur Räume für Begegnung, Teilhabe und Gemeinschaft schaffen kann.
Jamila Al-Yousef
Jamila Al-Yousef ist Kulturwissenschaftlerin, Musikerin, Theatermacherin, Festival-Kuratorin und diskriminierungssensible Beraterin aus Berlin. Mit ihrer international tourenden Band Jamila & The Other Heroes verbindet sie Psychedelic Desert Rock mit einer Botschaft kollektiver Befreiung. Geboren in Ostberlin am Tag des Mauerfalls und geprägt von ihrer palästinensischen Familie, verwandelt sie revolutionäre Energie und diasporische Geschichten in Songs über Befreiung, Empowerment und Heilung. Auf Arabisch und Englisch singend, schafft sie Konzerte, die wild, zärtlich und zutiefst politische Rituale von Verbundenheit und Widerstand sind. Jamila verbindet ihre künstlerische Praxis mit sozialer Gerechtigkeitsarbeit und setzt Schwerpunkte auf Powersharing, Anti-Rassismus, Empowerment und Awareness. Als Trainerin und Beraterin für Kulturorganisationen, Clubs und Festivals arbeitet sie machtkritisch und traumasensibel und stellt die Perspektiven betroffener Menschen in den Mittelpunkt. Aktuell berät sie im Programm „(K)ein Kunststück“ von der Anne Frank Bildungsstätte/ Robert Bosch Stiftung Kultureinrichtungen.
Sprache: Deutsch
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Mannheim
Laila Mahmou © Dominika Maria Karnafel
Julia Alicka © Tamara Aptekar
Jamila Al-Yousef © Melih Akya