Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Treffen sich zwei Freund*innen. Reyhan Şahin aka Dr. Bitch Ray interviewt Jayrôme C. Robinet

4. März 2020
Mittwoch

Einlass 19:00
Beginn 20:00

Ticket
VVK 10 € zzgl. Gebühren / AK 13 €


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Jayrôme C. Robinet wurde 1977 in Frankreich als Frau geboren und lebt heute als Mann in Berlin. Was bedeutet das eigentlich? Sieht man selbst die Welt anders, oder ist es die Welt, die einen anders anschaut? Darüber hat der Spoken-Word-Poet ein ganzes Buch geschrieben: „Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund.“ Wenn man bedenkt, dass Transsexualität erst 2018 von der Liste psychischer Krankheiten gestrichen wurde, wirkt dieser Erfahrungsbericht wie eine Art Landkarte, eine Orientierungshilfe für Trans-Personen. Aber auch für Cis-Menschen, also Leute, deren biologisches und zugeschriebenes Geschlecht mit dem empfundenen übereinstimmt.

Mit großer Empathie erzählt Jayrôme C. Robinet nämlich auch davon, wie hilflos und unsicher viele sofort im Umgang miteinander werden, wenn etwas passiert, für das noch kein Skript da ist. Wenn die Tochter zum Beispiel als Sohn ins Dorf zurückkehrt. Mit solchen Unsicherheiten kennt sich auch die Musikerin und Linguistin Reyhan Şahin aus. Sie sucht sie geradezu. Schon als junge Frau hat sie sich selbst, mangels Vorbildern in ihrer Heimatstadt Bremen kurzerhand selbst neu erfunden: als Kunstfigur Lady Bitch Ray, mit der sie die Deutschrap-Szene vor einigen Jahren ganz schön aufgemischt hat. Ihr Buch „Yalla, Feminismus!“ nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die miese Mischung aus Sexismus und Rassismus in Musikindustrie, Wissenschaftsbetrieb und auch in den Debatten um den Feminismus geht. Und weil die beiden Humor haben und sich mögen, haben wir Reyhan Şahin gebeten, mit Jayrôme C. Robinet über sein Buch zu sprechen und über all die Themen, die die beiden aufregen oder zum Lachen bringen. Ganz nach Robinets Credo: „Ich möchte versuchen, die Fallhöhe von Wort zu Wahrheit zu verringern.“


Sahin Reyhan © Carlos Ferndandez Laser


Jayrôme C. Robinet © Ali Ghandtschi