Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Was wir tun können. Benjamin Lebert und Katja Lange-Müller übers Helfen

17. Februar 2017
Freitag

Einlass 19:00
Beginn 20:00



"lesen.hören 11"

Das Jahr 2015 stand im Zeichen der „Willkommenskultur“ in Deutschland. Die Leute sahen die Not der ankommenden Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak und taten das, was selbstverständlich ist: Sie halfen ihnen. Aber die Sache mit dem Helfen ist eine zwiespältige. Davon erzählt Katja Lange-Müller in ihrem Roman „Drehtür“, der im Herbst auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stand. Ihre Geschichte von einer Krankenschwester, die frustriert und orientierungslos von ihren Hilfs-Einsätzen in Mittelamerika zurückkehrt, stellt mit tiefem Verständnis für menschliche Ängste und Wünsche Fragen wie: Wann ist Helfen unbarmherzig, weil es Leiden verlängert? Warum haben wir Mitleid mit Menschen, aber nicht mit Labortieren (oder andersrum)? Wann hat Helfen mehr mit Macht als Nächstenliebe zu tun und wann verbirgt Mitleid nur die Verachtung für das Gegenüber? Solche Fragen wird sich auch Benjamin Lebert gestellt haben, als er für eine Hilfsorganisation in einem Kinderheim in Nepal gearbeitet hat und sich entschied, den Kindern dort einen Roman zu widmen. 1999 wurde Lebert mit „Crazy“ über Nacht berühmt. Sein neues Buch „Die Dunkelheit zwischen den Sternen“ erzählt von dem Wunsch der Kinder, die ihm in Nepal begegnet sind, nicht nur zu überleben, sondern zu leben. Und es erzählt von den neun Tagen vor dem großen Erdbeben im April 2015. Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk) moderiert das Gespräch zwischen den beiden Schriftstellern.


Benjamin Lebert © Gunter Glücklich


Katja Lange-Müller © Heike Steinweg


Alf Mentzer © privat