Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Enjoy Jazz: Kokoroko

5. Oktober 2022
Mittwoch

Einlass 19:00
Beginn 20:00

Ticket
VVK 26 € zzgl. Gebühren / AK 30 €


Enjoy Jazz

Es war ein Fest: Vor drei Jahren traten Kokoroko erstmals bei Enjoy Jazz auf, und wohlweislich hatte die Alte Feuerwache auf eine Konzertbestuhlung verzichtet – niemand hätte es wohl auf den Plätzen gehalten. Was die Trompeterin Sheila Maurice-Grey und Gitarrist Oscar Jerome bei der Gründung von Kokoroko im Sinn hatten: eine ganz und gar gegenwärtige Form des einstmals von Fela Kuti und Tony Allen kreierten Afrobeats zu entwickeln. Bei Kokoroko ist die westafrikanische Highlife-Musik dementsprechend angereichert mit karibischen Rhythmen, psychedelischen Funk- und Soul-Patterns, und nicht zuletzt mit jenen eklektizistischen Jazz-Grooves, die zum Markenzeichen der multiethnischen, boomenden Londoner Szene geworden sind. Aber natürlich sind die Musikerinnen und Musiker so jung, dass sie in den 90ern und 2000ern mit dem urbanen Sound von Hip-Hop im Ohr aufgewachsen sind, und manchmal erinnert das Gitarrenspiel von Oscar Jerome sogar an Khruangbins strange Adaption von Thai-Funk-Motiven. Die Bläsersektion um Maurice-Grey – all female – erzeugt eine immense Energie, und als sie einmal gefragt wurde, wie sie die Band charakterisieren würde, sagte sie schlicht: „schwarz, britisch und jung.“ „Sei stark“ heißt Kokoroko ins Deutsche übersetzt. Die Stärke rührt vielleicht auch daher, Teil einer größeren Bewegung, eines künstlerischen Aufbruchs zu sein, dem es nicht nur gelungen ist, Jazz wieder zu einer hippen Veranstaltung zu machen, sondern ebenso zu einem Transportmittel für politische und soziale Fragen. Maurice-Grey hat in ihrer Jugend die hoch angesehene Talentschmiede des britischen Bassisten Gary Crosby durchlaufen, aus der beispielsweise Zara McFarlane, Moses Boyd oder Shabaka Hutchings hervorgegangen sind, und auch weitere Mitglieder von Kokoroko. Kein Wunder, dass sich da ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln muss. Nach dem ersten Ausrufezeichen auf Gilles Petersons Kompilation „We Out Here“ und einer vielversprechenden EP, erscheint nun 2022 Kokorokos erstes Album „Could We Be More“. Ihre Fans dürften nicht nur mehr werden, sondern irgendwann sehr viele sein.

Das Konzert ist unbestuhlt!

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