Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

„I am not your negro“. Raoul Pecks Film über James Baldwin und die Geschichte der Schwarzen

Atlantis Kino Mannheim

3. März 2019
Sonntag

Einlass 14:15
Beginn 14:30



"lesen.hören 13"

Tageskasse 9 € // Kombiticket für Film und Lesung 20 € (zzgl. Gebühren) HIER

Während in Deutschland endlich ansatzweise (vor allem dank Schwarzer Aktivist*innen) darum gerungen wird, sich der eigenen kolonialen Verbrechensgeschichten zu stellen, brennen in den USA die Straßen. Während der Afrika-Beauftragte der deutschen Bundesregierung Versklavung und Deportationen „schlimm“ nennt und die Kolonialzeit dafür lobt, dass sie den afrikanischen Kontinent aus seinen archaischen Strukturen gelöst habe, und sich damit eigentlich für sein Amt disqualifiziert, löst in den USA ein weißer Rassist den ersten Schwarzen Präsidenten ab. Während all dies geschah und sich ankündigte, nahm der Filmemacher Raoul Peck ein Textfragment von 30 Seiten zum Anlass, einen Film zu drehen, der schließlich für den Oscar nominiert wurde.

Das Textfragment war der Anfang einer „Geschichte der Schwarzen“, die der Schriftsteller James Baldwin schreiben wollte und nie schrieb. Zumindest nicht in dieser Form. Denn seine Romane und Reden, seine Auftritte und Gespräche sind nichts anderes als die Arbeit daran, eben diese Geschichte ins Bewusstsein der Menschheit einzuschreiben. Und das meint eine Geschichte des Aufbegehrens, des Unrechts und der Gewalt, eine Geschichte alter Kulturen und eine Geschichte der Selbstermächtigung. Geht das nur die Schwarzen an? James Baldwin antwortet im Film auf die Frage eines weißen Moderators, was denn mit seinesgleichen eigentlich los sei: „Die wahre Frage aber ist: Was passiert mit diesem Land?“ Entlang dieser Frage, entlang der Biographie von James Baldwin und entlang von drei Morden, dem Mord an dem Menschenrechtsanwalt Medgar Evers, dem Menschenrechtsaktivisten Malcolm X und dem Pfarrer Martin Luther King, sowie vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Polizei-Gewalt gegen Schwarze in den USA drehte Raoul Peck einen Film, der zurecht um die Welt ging. Ein Film, den man gesehen haben muss. Am besten mehrmals.