Logokürzel Alte Feuerwache Mannheim

Ursula Krechel liest. Maike Albath moderiert

Kunsthalle Mannheim

23. Februar 2013
Samstag

Einlass 19:00
Beginn 20:00



lesen.hören 7

Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrt? Nach ihrem gefeierten, 2008 erschienenen Buch „Shanghai fern von wo“ geht Ursula Krechel mit ihrem neuen großen Roman „Landgericht“ noch einmal auf Spurensuche. Die deutsche Nachkriegszeit, die zwischen Depression und Aufbruch schwankt, ist der Hintergrund der fast parabelhaft tragischen Geschichte von einem, der nicht mehr ankommt. Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt „Landgericht“ einer deutschen Familie späte Gerechtigkeit widerfahren und erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik.

Ursula Krechel, geboren 1947 in Trier, studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und lehrte an verschiedenen Universitäten. Seit ihrem Debüt im Jahr 1974 mit dem Theaterstück „Erika“ erschienen Gedichtbände, Prosa, Hörspiele und Essays. 2012 wurde Ursula Krechel für „Landgericht“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.
Maike Albath, geboren 1967, ist promovierte Romanistin und Literaturkritikerin für den Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und RBB, für die NZZ, die Frankfurter Rundschau und die Süddeutsche Zeitung. 2002 erhielt sie den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, 2006 die Übersetzerbarke.


Ursula Krechel © Alexander Paul Englert

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